IT-Modernisierung: KI transformiert veraltete Systeme bis zu fünfmal schneller (Gesponsert)
Shownotes
Modernisierungsprojekte scheitern oft nicht am Willen, sondern am Know-how und an fragmentierten Datenstrukturen. Anton Rau, Regional Vice President Europe bei MongoDB, kennt diese Herausforderungen aus der Praxis. Eine aktuelle Studie seines Unternehmens zeigt: Über 80 Prozent der deutschen Organisationen planen oder realisieren bereits Modernisierungsinitiativen. Sie möchten dadurch moderne Technologien wie KI implementieren, die Kosten senken und neue Marktanforderungen abdecken.
MongoDB setzt dabei auf einen KI-gestützten Ansatz, der Legacy-Systeme im laufenden Betrieb transformiert. Die Ergebnisse hinterlassen Eindruck: Ende-zu-Ende-Migrationen gelingen bis zu fünfmal schneller. Architektonische Modelle wie Change Data Capture ermöglichen einen Parallelbetrieb, während die Organisation ihre Applikationen weiterentwickelt.
Der Schlüssel liegt im flexiblen Datenmodell. Während traditionelle relationale Datenbanken aus den 1970er-Jahren stammen, wurde MongoDB hingegen für die Anforderungen der modernen Welt konzipiert: Skalierbarkeit, Performance und Sicherheit – ohne Kompromisse bei der Entwicklerproduktivität. Das zahlt sich auch bei KI-Use-Cases aus, deren zukünftige Entwicklung niemand genau vorhersagen kann.
Neugierig geworden? Im Interview mit „heise meets …“ erläutert Rau,
- wie Schweizer Privatbanken ihre Kernsysteme erfolgreich modernisieren,
- warum Performance-Verluste von 100 Millisekunden den Umsatz um ein Prozent senken können und
- welche Fragen sich Unternehmen vor einer Modernisierung stellen sollten.
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Sprecherin: Diese Folge wurde vom Arbeitgeber des Interviewpartners gesponsert. "heise meets … "– Der Entscheider-Talk. Wir besprechen kritische, aktuelle und zukunftsgerichtete Themen aus der Perspektive eines Entscheiders. heise business services begrüßt Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Immer aktuell und nah am Geschehen.
Sprecher: "heise meets …" – heute mit Anton Rau von MongoDB. Und das wird diesmal ein gigantisches Gespräch, da bin ich jetzt schon sicher. Denn der Name des Unternehmens leitet sich ab vom englischen „humongous", also gigantisch. Anton, die Frage an dich: Was macht euch so gigantisch?
Anton Rau: Guten Morgen, Matthias. Im Endeffekt ist es eine tolle Kombination aus einem fantastischen Produkt, einem starken Go-to-Market-Team und einem Vorstand, der in der Lage ist, mutige Entscheidungen zu treffen und die Zukunft zu antizipieren. Aber der Name selbst, MongoDB, leitet sich tatsächlich von „humongous" ab. Das kommt daher, dass wir als Technologieprovider in der Lage sind große Datenmengen performant verarbeiten können.
Sprecher: Das war jetzt wirklich der Werbeblock. Ihr seid schon ein paar Tage auf der Welt, ihr seid schon ein paar Tage dabei. Aber bevor wir über Datenverarbeitung und solche Themen sprechen, privat zu dir, Anton. Du magst gutes Essen, guten Wein. Bei was wirst du ganz besonders schwach? Bratkartoffeln oder Trüffel?
Anton Rau: Trüffel ist wirklich nicht schlecht. Ich habe mir letztes Jahr in der Hoffnung, regelmäßig Trüffel zu essen, einen Trüffelhund mir zugelegt. Der Business Case ist nicht aufgegangen, aber das Haus ist seitdem erfüllt mit Liebe. Was das Essen anbetrifft: Ich habe ehrlich gesagt keine Küche, die ich präferiere. Ich liebe italienisches Essen, französisches Essen, indisches Essen, japanisches Essen. Ich liebe die Vielfalt. Aber es ist ungünstig, dass wir um neun Uhr morgens über das Essen sprechen, weil ich noch nicht gefrühstückt habe ;-)
Sprecher: Dann reden wir jetzt wirklich über Technik. Ihr habt kürzlich eine Studie vorgestellt zum Stand der IT-Modernisierung in Deutschland. Wenn man Studien macht, gibt es ja immer persönliche Präferenzen. Was ist für dich ganz besonders spannend an den Ergebnissen dieser Studie?
Anton Rau: Bevor ich zur Studie komme, vielleicht ganz kurz zum Hintergrund. Wir haben vor drei Jahren angefangen, eine Hypothese zu überprüfen: Und zwar - kann AI Organisationen helfen, Legacy-Modernisierungen zu beschleunigen? Mit dieser Hypothese haben wir vor ein paar Jahren begonnen und haben angefangen mehrere Pilotprojekte zu realisieren. Und im Laufe der Überprüfung haben wir uns irgendwann die Frage gestellt: Wie groß ist denn das Ausmaß? Wie groß ist der Markt für Modernisierung? Dann haben wir über 1.300 Executives in Deutschland befragt.
Über 80 Prozent der Organisationen in Deutschland planen oder haben bereits eine Modernisierungsinitiative gestartet oder haben diese abgeschlossen. Getrieben werden diese Initiativen primär von drei Faktoren. Faktor Nummer eins: Organisationen versuchen, moderne Technologien wie AI zu implementieren. Ich glaube, das waren knapp 43 Prozent. Faktor Nummer zwei: Man versucht, Kosten zu reduzieren. Faktor Nummer drei: Man versucht, neue Anforderungen die entstehen, besser abdecken zu können.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch viele Herausforderungen. Die erste Herausforderung ist das Know-how fehlt – das Know-how sowohl zu neuen Technologien als auch das Know-how dazu, wie ein Modernisierungsprojekt durchgeführt werden kann. Es fehlen letztendlich Infrastrukturen, die es ermöglichen, Daten in Echtzeit herauszuziehen. Und es scheitert ganz oft auch an der Qualität der Daten.
Sprecher: Das klingt jetzt so, als wärst du sehr beeindruckt von den Ergebnissen. Wenn ich das für mich zusammenfasse, merke ich: Unternehmen müssen handeln. Wo ist der Impuls, wo ihr sagt, jetzt aber ran an die Kartoffeln?
Anton Rau: Begeistert waren wir, weil wir gemerkt haben, dass der Markt riesig ist. Initial war es für uns nur eine Hypothese: Können wir mit AI-Technologien Modernisierungen schneller durchführen? Wir haben das relativ schnell gesehen – ja, das ist möglich. Uns war aber nicht klar, wie groß der Markt tatsächlich ist. Wenn man beides kombiniert, dann zeigt es nicht nur den Bedarf im Markt, sondern auch unser Potenzial, in diesem Markt einen Mehrwert zu stiften.
Sprecher: Ich will mal von hinten durch die Brust ins Auge fragen. Vielleicht habe ich heute schon ganz indirekt mit euch irgendwo Kontakt gehabt. Ich habe schon mal nach Flügen geschaut, ich habe einen Kontostand abgefragt. Was macht ihr für eure Kunden genau?
Anton Rau: MongoDB ist letztendlich ein Datenbankanbieter. Ich bin der festen Überzeugung, dass du innerhalb der letzten Tage viele Anwendungen oder Webseiten besucht hast, die MongoDB im Hintergrund verwenden. Ob das jetzt eine E-Commerce-Webseite war oder deine Lauf-App. Jetzt weiß ich nicht, Matthias, ob du laufen gehst.
Sprecher: Wir lassen das Thema jetzt mal außen vor. Erzähl mal weiter.
Anton Rau: Im Endeffekt sind es tausende oder zehntausende Anwendungen, die auf MongoDB laufen. Selbst in Deutschland sind es tausende Anwendungen, und die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass du damit in Berührung kommst. Wir sind ein moderner Datenbankanbieter, der einen fundamental anderen Ansatz für die Architektur gewählt hat – im Vergleich zu den herkömmlichen Datenbankanbietern, um die moderne Welt besser abzubilden.
Durch die Popularität des Internets in den 90er Jahren haben sich die Anforderungen an den Markt und an die Technologien verändert. Dadurch entstand der Bedarf für eine Datenbanktechnologie, die skalierbarer ist, die performanter ist, die sicherer ist und mit der es auch einfacher ist, neue Applikationen zu entwickeln.
Sprecher: Ich will noch mal nachbohren, einfach damit wir ein konkretes Beispiel haben. Mein Laufen lassen wir mal raus ;-) Aber ich weiß aus eurem Kundenstamm: Es gibt beispielsweise ein Kreditinstitut, eine Privatbank in der Schweiz. Also mehr Anspruch an Performance, Stabilität und Security geht nicht. Was macht ihr da genau als Datenbankanbieter?
Anton Rau: Ich glaube, ich weiß, über wen du sprichst. Du deutest auf Lombard Odier hin. Lombard Odier ist eine Privatbank aus der Schweiz mit mehr als 200 Jahren an Historie – eine Organisation, die sowohl für Qualität als auch für Sicherheit steht.
Lombard Odier hat tatsächlich einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Auf der einen Seite, weil wir schon seit über zehn Jahren zusammenarbeiten. Auf der anderen Seite, weil Lombard Odier tatsächlich der erste Kunde in Europa war, der zu uns gesagt hat: Wir wollen gemeinsam mit euch diese Hypothese überprüfen, ob man tatsächlich AI verwenden kann, um Legacy-Applikationen zu modernisieren.
Vielleicht ganz kurz zur Historie: Seit über zehn Jahren arbeiten wir mit Lombard Odier zusammen. Das sind zich Applikationen, die auf MongoDB laufen, unter anderem das Portfolio-Management-System – was das Herzstück einer Privatbank. Lombard Odier ist mittlerweile ein toller Partner von uns, weil wir gemeinsam systematisch auch jetzt Applikationen modernisieren.
Wenn ich von Modernisieren spreche, dann geht es darum, dass wir Applikationen, die seit 20 Jahren laufen, im laufenden Betrieb systematisch in eine neue Welt bringen. Eine Welt, in der neue Technologien wie AI adoptiert werden, in einer Architektur, die nicht mehr monolithisch ist, sondern auf Microservices basiert. Und so wird die ganze Applikation skalierbar, kann viel einfacher betrieben werden und ist besser gewappnet für die Zukunft.
Sprecher: Was hat die Privatbank davon, was habe ich als Kunde davon - von diesem Einsatz, wie Du ihn beschrieben hast?
Anton Rau: Du hast es am Anfang ganz gut zusammengefasst. Es geht darum, dass die Daten sicher sind. Es geht darum, dass die Applikation performant ist. Aber darüber hinaus geht es auch darum, dass eine Bank innovative Produkte herausbringt und dass eine Bank sehr schnell auf Marktanforderungen reagieren kann.
Durch den neuen Aufbau, durch die moderne Architektur wird Lombard Odier viel schneller und viel öfter neue Funktionalitäten herausbringen können, um die Erwartungshaltung des Marktes abzudecken zu können. Keiner weiß, in welche Richtung sich AI entwickelt. Aber wenn AI einen hohen Stellenwert in einer Privatbank haben wird, dann wird Lombard Odier in den nächsten Jahren in der Lage sein, das abzubilden und natürlich direkten Mehrwert an den Endkunden zu liefern. Und Matthias, wenn du ein Kunde von Lombard Odier bist, dann bin ich sehr glücklich für dich.
Sprecher: Also ich gehe weder laufen, noch bin ich dort Kunde. Ich gehe schon ab und zu laufen, aber heute Morgen war ich nicht ;-) Ich habe ein Zitat im Vorfeld von dir gefunden. Da denke ich mir, du musst als Banker verdammtes Vertrauen in MongoDB haben. Ihr habt gesagt: „Wir wissen nicht, ob wir am Ende erfolgreich sind, aber wir sehen Chancen, innerhalb des Budgets eine Lösung zu finden." Ich hätte nie gedacht, dass Banker so mutig sind.
Anton Rau: Initial war das tatsächlich nur eine Hypothese. Wir wussten nicht, ob LLMs dabei helfen werden, Modernisierungsprojekte signifikant zu beschleunigen. Das war der Rahmen des Piloten. Aber wir waren beide der festen Überzeugung – sowohl Lombard Odier als auch MongoDB –, dass es sich lohnt, diesen Piloten durchzuführen. Das Risiko war relativ limitiert war. Wir haben das an einem Projekt initial ausprobiert. Aber die Chancen wahnsinnig groß sind.
Modernisierungsprojekte sind risikobehaftet, Modernisierungsprojekte dauern sehr sehr lange. Wenn wir in der Lage wären, das um Faktor zwei oder drei zu beschleunigen, dann hätte das einen Riesenmehrwert für die Organisation also Lombard Odier, aber auch für uns. Wir könnten das skalierbar als Produkt an den Markt bringen könnten. Und das hat sich bestätigt. Es hat sich immer wieder gezeigt, dass wir die Modernisierung bis zu Faktor fünf beschleunigen konnten. Ich spreche hier von Ende-zu-Ende-Migration.
Sprecher: Nimm uns mal mit auf diese Reise, wie das passiert ist. Ich kann mich erinnern: Früher bist du zur Bank gegangen, hast irgendwann deine Kontoauszüge gezogen – vielleicht einmal in der Woche. Heute schaust du, wenn es hart auf hart kommt, stündlich drauf. Die Anforderungen an eine Datenbank sind ganz andere geworden. Was muss so eine Datenbank heute leisten, wenn du zu einem Kunden kommst und sagst: Früher habt ihr das so gemacht, jetzt so? Nimm uns mit auf die Reise, erklär uns das.
Anton Rau: Ich habe das Gefühl, dass du ein Datenbank-Experte bist.
Sprecher: Ich will einer werden, wenn ich mit dir spreche ;-)
Anton Rau: Das sind genau die richtigen Fragen. Ich fange mal in der alten Welt an. Vor dem Internet haben meistens nur ganz wenige Menschen auf Applikationen zugegriffen. Vor dem Internet haben primär Unternehmensmitarbeiter auf die Unternehmenssysteme zugegriffen – das waren Hunderte, vielleicht Tausende von Mitarbeitern. Und das haben die zu den Arbeitszeiten zwischen acht Uhr morgens und sechs Uhr abends gemacht. Das war die alte Welt.
Durch das Internet haben plötzlich Millionen von Menschen angefangen, mit den gleichen Systemen zu interagieren. Das sind Hunderttausende, ja teilweise Millionen von Menschen, die gleichzeitig auf Amazon auf der Webseite sind und Produkte bestellen.
Die alte Welt hat letztendlich Datenbanktechnologien verwendet, die den Anforderungen der damaligen Zeit entsprochen haben. Das initiale Architekturmodelldiagramme, das relationale Datenmodell, wurde im Jahr 1970 entwickelt. Es wird historisch und noch immer von vielen Datenbankanbietern verwendet wird.
Moderne Anforderungen durch die Popularität des Internets führten dazu, dass Skalierbarkeit plötzlich wahnsinnig wichtig wurde, Performance wichtig wurde, Sicherheit extrem wichtig wurde – das sieht man ja mittlerweile in den Nachrichten fast jeden Tag. Aber auch eine gewisse Flexibilität im Datenmodell, das den Organisationen die Möglichkeit gibt, die Applikation kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Sprecher: Welche Rolle spielt jetzt die Performance? Ich bleibe mal bei dem blöden Kontoauszugsbeispiel. Wenn vorher nur zwei, drei Mitarbeiter in Nine-to-Five-Jobs drauf zugegriffen haben, jetzt aber millionenfach Zugriffe stattfinden – welche Rolle spielt diese Performance? Wie kriege ich das hin?
Anton Rau: Ich glaube, wir müssen zwei Sachen differenzieren. Wenn es ein System ist, das Umsatz generiert, spielt Performance eine wahnsinnig große Rolle. Es gibt viele Benchmarks von Amazon und Google, die letztendlich sagen, dass 100 Millisekunden Performanceverlust dazu führen, dass der Umsatz um ein Prozent sinkt. Performance spielt eine businesskritische Rolle.
Wenn wir jetzt aber über einen Bankauszug sprechen und welchen Impact das für die Organisation haben kann: Vor 15 oder 20 Jahren hat man direkt auf die Kernsysteme zugegriffen. Ganz oft laufen diese Kernbankensysteme auf Mainframes. Die Art und Weise, wie Mainframes kostentechnisch abgebildet werden, basiert auf MIPS – das ist die Anzahl der Zugriffe.
Durch die moderne Welt und die Tatsache, dass jeder plötzlich durch die Mobilapplikation mehrfach am Tag auf das Kernsystem zugreifen konnte, sind die MIPS natürlich explodiert. Das hat zu großen Kostenanstiegen geführt. Das wiederum hat dazu geführt, dass man angefangen hat, die Architekturen noch komplexer zu gestalten. Man hat versucht, Lesezugriffe von den Schreibzugriffen zu trennen und hat Daten angefangen zu duplizieren.
Sprecher: So unterm Strich: Security, Performance und so weiter – da seid ihr relativ weit vorn. Was macht ihr jetzt besser als andere? Was kann MongoDB besser als der Wettbewerb?
Anton Rau: Der Grundgedanke bei der initialen Entwicklung von MongoDB war: Wir wollen alles abbilden, was in der modernen Welt wichtig ist – das hast du gerade aufgezählt. Aber auch gleichzeitig ein Datenmodell verwenden, das sehr flexibel ist. Warum? Weil Entwicklerproduktivität extrem wichtig ist. Die explodierende Datenvielfalt in Kombination mit Entwicklerproduktivität kann nur abgebildet werden, wenn Du ein Datenmodell verwendest, das flexibel ist.
Glücklicherweise führt das auch dazu, dass neue Anforderungen, die jetzt entstehen – beispielsweise durch AI-Use-Cases – wahnsinnig gut mit MongoDB abgebildet werden können. Wir vereinen die Anforderungen der alten Welt mit der kontinuierlich verändernden neuen Welt sehr gut in einem flexiblen Datenmodell.
Sprecher: Wenn ihr helft, Unternehmen aus der alten Welt in die neue zu bringen – geht das ohne Operation am offenen Herzen? Wie reduziert man Gefahren, die dabei entstehen können?
Anton Rau: Geht es ohne eine Operation am offenen Herzen? Die kurze Antwort ist nein.
Sprecher: Ich hab's befürchtet.
Anton Rau: Stell dir vor, du würdest jetzt plötzlich eine Nachricht von Google oder Apple bekommen und es würde heißen: „Wir nehmen jetzt unsere Applikation runter für ein Wartungsfenster von drei Monaten. Das machen wir alles dir zuliebe, und in drei Monaten hast du eine tolle neue Applikation."
Sprecher: „Danke, Herr Apple. Danke, Herr Google" – würde ich dann sagen.
Anton Rau: Das ist das letzte Mal, dass ich euch verwendet habe.
Sprecher: Genau!
Anton Rau: Das ist nicht mehr möglich. Man muss einen Weg finden, dass man die Applikation modernisiert und gleichzeitig weiter zuentwickelt.
Sprecher: Ich stelle mir die Frage nochmal: Wie reduziert man die Gefahren, die dabei entstehen können? Wie macht ihr das?
Anton Rau: Vor einigen Jahren war es tatsächlich extrem herausfordernd. Deswegen haben die meisten unserer Kunden MongoDB für Neuentwicklungen verwendet. Aber gerade durch den Einsatz von LLMs – und wir haben das jetzt mehrfach bewiesen – dass wir die Modernisierung signifikant beschleunigen können. Wir können die nicht differenzierende Arbeit der Organisationen komplett übernehmen.
Wir übernehmen die Modernisierung, während die Kunden weiterhin an der Weiterentwicklung der Applikation arbeiten. Es gibt architektonische Modelle, die dazu führen, dass man beides im Parallelbetrieb laufen lassen kann. Change Data Capture heißt das, um sicherzustellen, dass der Datenstand kontinuierlich migriert wird – bis die Organisation so weit ist, den Schalter umzulegen, wenn die ganze Applikation modernisiert ist.
Im Endeffekt sind es nicht nur die LLMs. Im Endeffekt ist die Basis von AI-gesteuerten Technologien, die man mit dem richtigen Talent und der richtigen Methodologie kombiniert. Wir haben alles unter ein Dach gepackt und ein Programm gelauncht: die Application Modernization Platform. Sie wurde im September veröffentlicht. Aber wir haben natürlich schon im Vorfeld anhand von über 20+ Piloten die Hypothese überprüft und mit vielen Organisationen Modernisierungsprojekte Ende zu Ende durchgeführt, bevor wir das Programm gelauncht haben.
Sprecher: Aber ein Spagat bleibt es trotzdem, oder?
Anton Rau: Das bleibt ein Spagat. Aber du musst dir immer die Frage stellen: Wie sieht die Alternative aus? Die Alternative ist, es selbst zu machen – möglicherweise ohne das richtige Talent, mit keiner Methodologie, weil es einfach Zeit braucht, bis man die entwickelt hat. Und nicht der Expertise mit LLMs, die eine Organisation über Jahre hinweg wie wir entwickelt hat.
Sprecher: Anton, wenn ich jetzt als Controller oder IT-Mensch dieses Gespräch höre und mir denke: Wie kann ich mich vorbereiten, wenn ich den Anton mal zu mir einlade? Wir reden mal drüber, was MongoDB für mich machen kann, was kann MongoDB für mein Unternehmen machen Was sind die ersten Schritte, die du empfiehlst? Was sind die Fragen, die du möglicherweise per Mail oder am Telefon stellst? Bereitet euch bitte darauf vor. Was ist der Kern davon?
Anton Rau: Ich glaube, auf der einen Seite muss man eine gute Perspektive auf die Zukunft entwickeln. Was meine ich damit? Welche Initiativen möchte ich als Organisation in den nächsten Jahren treiben, um noch immer erfolgreich zu sein in drei, vier oder fünf Jahren? Was sind die großen Programme, die ich aus Organisationsperspektive treiben möchte? Möchte ich meine Datenbanktechnologie modernisieren? Möchte ich mein Businessmodell verändern – von einem On-Premise-Modell hin zu einem SaaS-Modell als Software-Anbieter? Was sind die großen Programme, die Initiativen, die ich als Organisation unbedingt treiben möchte, um erfolgreich zu sein in den nächsten Jahren?
Und das Zweite ist: Was sind denn die Herausforderungen, die mich aktuell davon abhalten? Was sind die Punkte, die für mich die größte Herausforderung darstellen? Wenn man dieses Verständnis entwickelt hat, dann können wir eine sehr gute Diskussion führen. Ob wir der Organisation dabei helfen können, in der modernen Welt gut aufgestellt zu sein. Und ob wir in der Lage sind, diese Herausforderungen gemeinsam mit dem Kunden zu bewältigen.
Sprecher: Darf ich mal so ketzerisch sagen: Ihr helft dem Kunden, ein bisschen über den Tellerrand des Tagesgeschäfts hinauszublicken – also zu wissen, wo bin ich und wo will ich hin? Das sind so die Essentials?
Anton Rau: Genau. Wo bin ich? Wo will ich hin? Was hält mich davon ab, dahin zu kommen? Ich glaube, es ist wahnsinnig wichtig, als Software-Anbieter auch die Rolle eines Trusted Advisors einzunehmen und die Organisation, mit der wir zusammenarbeiten, dabei zu unterstützen, tatsächlich in die moderne Welt zu kommen. Oder in ein künftiges Szenario zu kommen, um die Organisation für Erfolg aufzustellen.
Sprecher: Euer Angebot scheint angenommen zu werden. Wenn man so schaut: Die Zahl der Kunden wächst deutlich. Würdest du mir zustimmen, wenn ich sage, euer Angebot trifft den Nerv des Marktes?
Anton Rau: Kurze Antwort: ja – ohne in die Zahlen zu gehen. Was wir sehen, ist, dass gerade große Organisationen anfangen, MongoDB in den kritischsten Anwendungen zu verwenden. Und kleine Organisationen sehen MongoDB ganz oft als die präferierte Datenbanktechnologie. Wir sehen Traction sowohl in den großen Organisationen als auch bei den Digital Natives. Deshalb ist die Antwort ja. Wir sehen aktuell eine weite Akzeptanz der Technologie, was sowohl uns als auch unsere Kunden begeistert.
Sprecher: Ich sehe jetzt gerade noch ein ganz breites Grinsen bei dir, weil wir ja noch eine Kamera dabei haben. Hörer können uns tatsächlich nur hören. Ich sehe ein ganz breites Grinsen. Jetzt gucken wir gemeinsam mal in die Zukunft. Wird AI die erhoffte Revolution, oder platzt die Blase? Was meinst du?
Anton Rau: Ich glaube, es ist sehr schwer zu sagen, ob es eine Blase ist und ob die Blase platzen wird – oder ob es vielleicht sogar eine faire Bewertung der Zukunft ist. Ich habe zwei Perspektiven darauf.
Perspektive Nummer eins: AI wird definitiv die Art und Weise verändern, wie wir mit Applikationen umgehen. Das zeigt auch die aktuelle Adoption von ChatGPT. Zwei Drittel der Deutschen verwenden mittlerweile wöchentlich LLMs wie ChatGPT. Für die jungen Generationen ist die Zahl noch höher. AI wird definitiv die Art und Weise verändern, wie wir mit Applikationen arbeiten.
Punkt Nummer zwei: Keiner weiß genau, wie die künftige Verwendung von AI aussehen wird. Keiner weiß genau, wie die Use Cases der Zukunft aussehen werden. Wenn wir das wüssten – wenn wir zwei das wüssten –, dann würden wir hier gar nicht sitzen, sondern unser eigenes Unternehmen aufbauen. Man weiß nicht, in welche Richtung das geht.
Aber ich antizipiere deine nächste Frage: Welche Rolle spielt MongoDB in dem Zusammenhang?
Sprecher: Ja, natürlich. Natürlich ist das genau das, was ich wissen will. Was macht ihr jetzt mit diesem Wissen? Es ist ein Stochern im Nebel. Du hast gesagt, es weiß keiner. Ich weiß es auch nicht, sonst hätten wir diese Firma schon, von der du gesprochen hast. Was heißt das für euch?
Anton Rau: Ich habe die Antwort vorhin eigentlich schon gegeben. Das Tolle an MongoDB ist, dass die Technologie von Anfang an mit einem flexiblen Datenmodell aufgebaut wurde. Unabhängig davon, in welche Richtung sich die Use Cases entwickeln werden, sind wir sehr gut gewappnet für die Unsicherheit der Zukunft – durch die Flexibilität unseres Datenmodells. Ohne jegliche Kompromisse zu machen bei der Skalierbarkeit, bei der Performance, bei der Sicherheit.
Sprecher: Das heißt, du bist da sicherer als mit dem Trüffelhund, den du am Anfang erwähnt hast? Du ahnst, in welche Richtung das geht – und der Hund leider nicht so sehr?
Anton Rau: Ich freue mich riesig auf die Zukunft und bin sehr zuversichtlich, dass MongoDB erfolgreicher sein wird beim Finden der Applikationstrüffel als Amadeus.
Sprecher: Amadeus heißt der auch noch?
Anton Rau: Der heißt Amadeus, ja.
Sprecher: Das heißt, das ist auch das, was dich antreibt – die Neugier auf die Zukunft?
Anton Rau: Unter anderem, ja.
Sprecher: Wir haben viel über eine Studie gesprochen. Anton, ich danke dir herzlich, das war total spannend. Ich habe eine Menge gelernt, ich nehme eine Menge mit. Und diese Studie, die wir schon erwähnt haben, die kann man auch nachlesen. Ich sage nochmal: Über 1.300 IT-Entscheidungsträger in Deutschland wurden befragt. Das Fazit: Die meisten Unternehmen wollen modernisieren. Probleme dabei sind fehlendes Fachwissen und fragmentierte Datenstrukturen. Ein Blick auf die Studie lohnt sich. Und ein Gespräch mit Anton lohnt sich noch mehr. Und irgendwann findet Amadeus auch die Trüffel. Was sagst du?
Anton Rau: Das hoffe ich. Matthias, danke.
Sprecher: Danke dir für deinen Besuch. Herzlichen Dank und bis bald bei heise meets …
Anton Rau: Dankeschön. Bis bald.
Sprecherin: Das war heise meets … – Der Entscheider-Talk. Sie wollen mehr erfahren? Dann besuchen Sie uns auf heise-meets.de. Wir freuen uns auf Sie.
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